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EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE. Eine Aufnahme aus demArchiv, die ganz weit zu den Anfängen der Marke zurückreicht und zeigt, dass bereits der erste Porsche elektrisierend war. Es geht um den sogenannten Lohner-Porsche aus dem Jahr 1900 – wir erzählen seine Geschichte. Ferdinand Porsche (1875–1951), Vater von Ferry Porsche, nannte ihn „Semper Vivus“ – zu Deutsch „der immer Lebendige“. Heute, 120 Jahre nach seiner Enthüllung auf der Pariser Weltausstellung, klingt sein Name wie eine Prophezeiung: Das Konzept Elektromobilität ist aktueller denn je. Grund genug, uns diesen ganz besonderen Porsche noch einmal anzusehen. Der Grundstein für das Automobil, wie wir es heute kennen, war gerade 15 Jahre zuvor von Carl Benz und Gottlieb Daimler gelegt worden. Sie setzten auf Verbrennungsmotoren – Ferdinand Porsche aber hatte sich im Auftrag der Wiener Hofwagenfabrik Jacob Lohner für einen anderen Weg entschieden. Der Lohner-Porsche bestand größtenteils aus Holz und wurde von Radnaben-Motoren mit rund 3 PS angetrieben. Die beinahe emissions- freie, 980 kg schwere Konstruktion erzielte eine Höchstgeschwindigkeit von 45 bis 58 km/h und dank des 44-zelligen Bleiakkumulators bis zu 3 Stunden Leistung. Heute ist das kaum der Rede wert – damals waren solche Zahlen revolutionär. Auch auf der Rennstrecke. Denn sein Schöpfer ließ es sich natürlich nicht nehmen, den Wagen beim Semmering-Rennen an seine Belastungsgrenzen – und auf den ersten Platz – zu fahren. Aber schon damals ruhte man sich nicht auf einer Revolution aus. Noch im selben Jahr entwickelte Porsche sein Elektroauto weiter. Das Ergebnis: Der Lohner-Porsche-Rennwagen mit 4 Radnabenmotoren und somit das erste Automobil mit Allradantrieb. Das Fahrzeug erreichte jetzt eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h – hatte aber auch ein Gewicht von über 1.800 kg. Und das war ein Problem: Wegen der schweren Batterien erzielte das Fahrzeug eine zu geringe Reichweite, um für das mobilitätsbegeisterte Publikum wirklich interessant zu sein. Es ging also zurück ans Zeichenbrett. 1901 war Ferdinand Porsche wieder im Rennen: Mit dem „Semper Vivus“, dem ersten Hybridfahrzeug der Geschichte. Seine Elektromotoren wurden zusätzlich durch 2 Einzylinder-Verbrennungs- motoren unterstützt, die während der Fahrt einen Generator antrieben und die Batterien ständig nachluden. Und plötzlich konnte man Strecken von 200 km bewältigen – ohne Zwischenstopp mit 35 km/h und 2,7 PS. Ab 1902 wurde es in Serie als „Mixte“-Modell an- geboten. Mit einer Vorderachslast von 1.060 kg und keiner Servounterstützung war das Lenken Schwerstarbeit; dafür hatte man als Fahrer bei einer Sitzhöhe von über 2 Metern einen souverä- nen Überblick über die Straße. Durchsetzen konnte sich das Modell dennoch nicht – die Vision von Ferdinand Porsche war seiner Zeit zu weit voraus. Erst 100 Jahre später gab es Batterien, die leicht und leistungsfähig genug waren, um als Antriebsquelle für Auto- mobile zu dienen. Der Impuls, der damals gegeben wurde, ist aber bis heute lebendig: in den Porsche E-Hybrid- und Elektro-Modellen. MONACO CALIBRE 12 Das Vermächtnis von Steve McQueen ist zeitlos. Über seine Arbeit als Schauspieler und Rennfahrer hinaus wurde er zur Legende. Wie TAG Heuer setzte er eigene Maß- stäbe und hielt getreu dem Motto „Don’t Crack Under Pressure“ jedem Druck stand. 18 FASZINATION

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